Think it Crypto
Marktreport #29

Die Fakten sind bullish. Die Nerven nicht.

28. September 2026 · Von Samir Strobel · 6 min Lesezeit
Think it Crypto Marktreport
Rote Woche, Rekord-Wochenschluss, die Haltefrist und der Trump-Faktor. Kompakt eingeordnet.

👋 Willkommen zur 29. Ausgabe des Think it Crypto Marktreports.

Der Report, der dir in fünf Minuten sagt, was am Markt wirklich zählt.

Bitcoin kühlt seit dem lokalen Hoch von rund 87.500 $ am Montag vergangener Woche ab und steht jetzt unter 83.000 $. Und trotzdem steht zum Wochenende der höchste Wochenschlusskurs seit Januar. Klingt widersprüchlich, ergibt aber Sinn. Dazu ein Steuer-Streit in Berlin, der dich direkt betrifft, und ein Trump, der heute Abend etwas ankündigt.

Das hab ich gerade im Blick:

🟠 Bitcoin: Abkühlung seit dem 87.500-Hoch, und trotzdem Rekord-Wochenschluss.
🇩🇪 Haltefrist: In Berlin formiert sich Widerstand gegen die Steuerpläne.
🏦 Makro: Der Gegenwind aus Fed, Anleihen und Verbraucher.
🟠 Institutionelle: Saylor kauft weiter, Solana-ETFs auf Rekord.
🇺🇸 Trump: Ankündigung um 20 Uhr, und der Bitcoin-Kurs der Regierung.
🚀 Ausreißer: Quant springt 322 %.

🟠 Rote Woche, und trotzdem der stärkste Wochenschluss seit Januar.

Erst die Einordnung, die man diese Woche oft falsch liest. Bitcoin fällt nicht seit gestern: Seit dem lokalen Hoch von rund 87.500 $ am Montag vergangener Woche geht der Kurs Stück für Stück zurück und steht jetzt unter 83.000 $. Das ist kein Montags-Schock, sondern eine Abkühlung, die schon die ganze Woche läuft, aktuell zusätzlich gedrückt von Risk-off an den Märkten (fallende Aktienfutures, Iran-Schlagzeilen) (Coindesk).

Und trotzdem stimmt beides: Der Wochenschluss am Sonntag war der höchste seit Januar, rund 45 % über dem Juni-Tief (Velo). Es war der zweite Wochenschluss über dem 50-Wochen-Durchschnitt und die erste Kerze über den Mai-Hochs (Crypto Rover). Der Widerspruch löst sich so auf: Die Wochen-Schlusskurse steigen, auch wenn die Woche selbst rot war.

Unter der Oberfläche bleibt der Bull-Case intakt. In einer Woche verließen rund 30.000 BTC die Börsen, gut 2,52 Mrd. $ (Cointelegraph). Der adjustierte MVRV drehte zurück über seinen Langzeittrend, ein frühes Bull-Signal (CryptoQuant). Und die Bitcoin-ETFs sind 2026 erstmals wieder im Plus, mit 2,4 Mrd. $ Zufluss in einer Woche, dem größten seit Oktober (The Block).

Ganz ohne Gegenrede ist das nicht. Darkfost weist darauf hin, dass die Futures-Nachfrage von 164.000 auf nur noch 3.000 BTC eingebrochen ist (Darkfost). Der Kauf kommt also vom Spot, nicht vom Hebel. Für einen gesunden Trend ist das eher gut, es erklärt aber, warum sich die Bewegung zäh anfühlt. Und zum Quartalsende passt das Bild: BTC steuert auf das zweitbeste Q3 seiner Geschichte zu, Ethereum sogar auf das beste (CryptoGoos).

Takeaway: Die Struktur ist stärker, als eine rote Woche vermuten lässt. Ein Kurs, der auf jede Schlagzeile zuckt, aber Woche für Woche höher schließt, erzählt zwei Geschichten. Die zweite ist die wichtigere.

🇩🇪 Berlin will die Haltefrist kippen. Jetzt bremst die Union.

Für dich als deutschen Anleger ist das die wichtigste Meldung der Woche. Laut einem Bericht der BILD stellen sich jetzt Finanzpolitiker von CDU und CSU gegen die geplante Abschaffung der einjährigen Haltefrist. Damit wächst der politische Widerstand gegen das Vorhaben spürbar, und er hat den Bundestag erreicht (BTC-Echo).

Noch ist nichts entschieden. Aber die Haltefrist ist einer der größten Steuervorteile, die Krypto in Deutschland hat: Wer nach einem Jahr steuerfrei verkauft, sollte diese Debatte sehr genau verfolgen.

Takeaway: Steuerpolitik ist kein Randthema. Sie entscheidet mit über deine Nettorendite.

Wenn du bei der Haltefrist den Überblick behalten willst, fängt das bei sauberer Dokumentation an:
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🏦 Der Gegenwind bleibt: Fed, Anleihen, Verbraucher.

Die Fed lehnt schon länger wieder Richtung Zinserhöhung, das ist nicht neu. Neu ist nur, wie hoch der Markt es inzwischen einpreist: rund 64 % Chance auf einen weiteren Schritt im Oktober (Mister Crypto). Die Daten dazu liefert diese Woche selbst, mit PCE-Inflation und US-Arbeitsmarkt.

Dazu der Druck an den Anleihemärkten: Japans 2-Jahres-Rendite kletterte auf den höchsten Stand seit über 31 Jahren (Barchart). Und ein müder Verbraucher: Das US-Vertrauen fiel auf 48,1, den zweitniedrigsten Wert der Geschichte (Kobeissi Letter). Gegengewicht bleibt die Liquidität: Die globale Geldmenge steht auf einem Rekordhoch von 103,66 Billionen $ (Kalshi).

Takeaway: Zinsen und schwacher Verbraucher drücken, die Liquidität stützt. Dass Bitcoin in diesem Umfeld so nah an den Jahreshochs steht, ist das eigentlich Bemerkenswerte.

🟠 Die Institutionellen kaufen weiter

Michael Saylor legt nach. Strategy hält nach dem jüngsten Zukauf allein 846.000 BTC (Bitcoin News). Und es ist kein Bitcoin-Alleingang: Die Solana-ETFs sammelten in einer Woche Rekord-188 Mio. $ ein (Coindesk).

Takeaway: Während Kleinanleger auf die Schlagzeile reagieren, kaufen die Großen den Rücksetzer.

🇺🇸 Der Trump-Faktor

Heute Abend um 20 Uhr deutscher Zeit kündigt Trump eine Erklärung aus dem Oval Office an, Thema offen (zerohedge). Was kommt, weiß niemand, und genau diese Unberechenbarkeit hält den Markt kurzfristig auf Trab, siehe die Iran-Schlagzeilen zum Wochenstart.

Langfristig positioniert sich das Weiße Haus bei Krypto dagegen klar: Nachdem der CLARITY-Act im Senat gescheitert ist, geht die Regierung bei Bitcoin "full steam ahead", mit oder ohne Kongress (Bitcoin History).

Takeaway: Von Trump kommt gerade beides, kurzfristige Unberechenbarkeit und ein klarer langfristiger Krypto-Kurs.

🚀 Der Ausreißer der Woche: Quant

Quant sprang in der vergangenen Woche nach einem Clearing-House-Deal mit JPMorgan, Citi und einer weiteren Bank um 322 % auf 257,69 $ (BeInCrypto). Solche Bewegungen sind selten und selten von Dauer. Interessant ist hier weniger der Kurs als der Auslöser: echte Banken-Infrastruktur.

Takeaway: Ein 322-Prozent-Sprung ist keine Kaufempfehlung. Aber der Grund dahinter, dass Großbanken auf Krypto-Rails setzen, ist das eigentliche Signal.

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🔚 Fazit

Der Markt hatte eine rote Woche und liefert trotzdem den höchsten Wochenschluss seit Januar. Und reagiert auf jede Schlagzeile wie ein Nervenbündel. Kein Vertrauen. Keine Geduld. Kein Blick fürs große Bild.

Dabei ist die Rechnung simpel: Die Struktur ist intakt, die Nerven sind es nicht. Wer den Unterschied zwischen Schlagzeile und Substanz kennt, bleibt ruhig, wenn andere zittern.

Tägliche News auf X (@thinkitcrypto) und auf meinem YouTube-Kanal.

Bis zur nächsten Ausgabe: Augen auf, BTC stacken.
– Samir

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