Think it Crypto
Marktreport #6

Ruhig im Kurs, laut hinter den Kulissen.

31. Juli 2026 · Von Samir Strobel · 5 min Lesezeit
Think it Crypto Marktreport
Preislich ruhige Woche, hinter den Kulissen nicht. Was zählt, in fünf Minuten.

👋 Willkommen zur 6. Ausgabe des Think it Crypto Marktreports.

Der Report, der dir in fünf Minuten sagt, was am Markt wirklich zählt.

Preislich war die Woche für Bitcoin ruhig. Hinter den Kulissen weniger: Die Inflation fällt zum ersten Mal seit sechs Jahren, die Renditen klettern trotzdem auf ein 19-Jahres-Hoch, Strategy bekräftigt ausgerechnet jetzt, weiter Bitcoin zu verkaufen, und Deutschland droht bei der Adoption den Anschluss zu verlieren.

Darauf schau ich gerade:

📈 Der Anleihemarkt übernimmt die Arbeit der Fed.
🟠 Strategy: Verkaufen wird zur Ansage.
🏛️ CLARITY Act: Endspurt oder Jahre Stillstand.
🇩🇪 Deutschland verschläft Bitcoin.

📈 Der Anleihemarkt macht die Straffung selbst

Was wir bereits wissen: Am Mittwoch hielt die Fed den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent, im hawkischen Ton und mit drei Stimmen für eine Anhebung (Coindesk).

Gestern kam die eigentliche Überraschung: Die PCE-Inflation, das Lieblingsmaß der Fed, fiel zum ersten mal seit sechs Jahren im Monatsvergleich (St. Louis Fed). So ein Wert nimmt der Fed normalerweise den Druck, die Zinsen weiter anzuheben. Und trotzdem kletterte die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf 5,24 Prozent, den höchsten Stand seit 19 Jahren (Walter Bloomberg).

Der Markt liest das so: Nach der kühleren Inflation muss die Fed nicht mehr anheben, 89 Prozent sehen 2026 gar keinen Schritt mehr (Watcher Guru). Erstmal gut für Bitcoin, denn frische Zinserhöhungen der Notenbank fallen vorerst weg. Das Ding: Die hohen Renditen sind quasi der Ersatz für hohe Leitzinsen.

Genau das steckt hinter dem Satz, dass der Anleihemarkt die Straffung selbst erledigt. Die Fed muss nicht mehr straffen, weil der Bondmarkt das Geld ohnehin teuer hält. 

Takeaway: Für Bitcoin heißt das vor allem eins: Es fehlt trotzdem und immer noch das frische, billige Geld, was den Markt nach oben zieht. Die kühlere Inflation allein reicht nicht, solange die Renditen so hoch bleiben.

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🟠 Strategy: Verkaufen wird zur Ansage

Strategy ist längst kein reiner Käufer mehr. Neu und wichtig ist die Ansage aus dem Earnings Call: Man werde weiter Bitcoin verkaufen und nicht mehr alles neue Kapital in BTC stecken, um USD-Reserven, Dividenden und Zinsen zu bedienen (Wu Blockchain). Das Ganze vor dem Hintergrund eines Quartalsverlusts von 8,2 Milliarden Dollar durch die Neubewertung der Bestände, die trotzdem um 11 Prozent auf 843.775 BTC wuchsen (The Block).

Takeaway: Nicht der Verkauf an sich ist neu, sondern wie offen Strategy ihn jetzt zur Strategie erklärt. Für alle, die das Unternehmen als reine Bitcoin-Einbahnstraße gesehen haben, ist das ein Realitätscheck.

🏛️ CLARITY Act: alles oder nichts

Der Endspurt läuft. Finanzminister Bessent fordert ein Votum „jetzt" und zitiert Satoshi (Scott Bessent), Senatorin Lummis warnt, die nächste Chance auf ein Marktstruktur-Gesetz käme sonst erst 2030. JPMorgan warnt gleichzeitig vor der Verzögerung, und die Wett-Märkte sehen die Chance für eine Verabschiedung vor der Sommerpause nur noch bei 30 Prozent (Coindesk).

Takeaway: Alle hauen nochmal richtig auf die Pauke, inklusive des US-Finanzministers selbst. Das Fenster steht aber vielleicht nur noch einen Zentimeter offen. Wahrscheinlicher ist, dass es nach der Sommerpause weitergeht. Und dann wird sich zeigen, ob noch so viel Dampf dahinter steckt, wenn die Midterm-Wahlen näher rücken.

🇩🇪 Deutschland verschläft den Trend

In Kanada geht Krypto in Richtung Mainstream: Inzwischen besitzt jeder Vierte digitale Assets, 2024 waren es noch 10 Prozent, und fast 40 Prozent der Besitzer halten mehr als 20.000 Dollar (Bitcoin Archive). In der DACH-Region ist das Bild gemischter. Eine neue BearingPoint-Studie zeigt: In der Schweiz nutzen 23 Prozent Krypto zumindest gelegentlich, in Österreich 18 Prozent, in Deutschland nur 11 Prozent (BTC-Echo). Etwas Hoffnung liefern die Jungen: Bei den 18- bis 24-Jährigen nutzt angeblich schon rund jeder Dritte Krypto. Aber wie es die Studie zuspitzt: Deutschland diskutiert die Risiken, während die Nachbarn längst nutzen und investieren. Naja, immerhin öffnen sich Banken wie die Sparkasse und die BW-Bank langsam für das Thema.

Takeaway: Deutsche Banken kommen in Bewegung, deutsche Anleger zögern noch. Wer früher dran ist als der Durchschnitt, hat hier den Vorsprung.

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🔚 Fazit

Die Inflation fällt, doch Anleihemarkt und Strategy erinnern uns: Dieser Markt belohnt gerade Geduld, nicht Hektik. Und die große Regel-Entscheidung aus Washington kommt wohl nicht mehr diese Woche, sondern frühestens nach der Sommerpause. Also: beobachten, nicht hetzen.

Tägliche News auf X (@thinkitcrypto) und auf meinem YouTube-Kanal.

Bis zur nächsten Ausgabe: Augen auf, BTC stacken.
– Samir

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Think it Crypto · Samir Strobel · Säntisstraße 8 · 78464 Konstanz · Deutschland · inquiry@thinkitcrypto.com
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